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Johann Sebastian Bach

Er inspiriert bis heute ganze Generationen alter und junger Musiker und Komponisten; sein Werk ist umrankt von Legenden, Geschichten und Vermutungen; sein Leben gilt als Beispiel von Grösse, Tragik und kompromisslosem musikalischen Schaffen; er ist Teil einer Familie, die über Jahrhunderte hinweg mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten das kulturelle Leben Europas befruchtet hat.

Johann Sebastian Bach ist ein Monument – über seine unsterbliche Musik hinaus. Diesem Monument gedenkt die kleine Stadt Schaffhausen mit dem grossen «Internationalen Bachfest».

Die mittelalterliche Stadt bietet dafür den idealen Rahmen – mit lange nachklingenden Momenten der Musik, mit Momenten des Innehaltens und des Zuhörens und auch dem Mut zu Wagnissen: Bach und seine Musik werden in Schaffhausen immer auch in Bezug zu unserer modernen Zeit gehört, interpretiert und diskutiert.

Diese Ambition stand von Anfang an fest: Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg richteten Musikfreunde 1946, mit dem Hauptinitiant Walter Reinhart aus Zürich, erstmals das «Internationale Bachfest» aus – als Akt der Versöhnung, als Begegnungsort über die Grenzen hinaus. Schon deshalb war Bach in Schaffhausen nie ein musealer Akt, sondern immer berührende Gegenwart.

Die Stadt Schaffhausen und die Internationale Bachgesellschaft sind vom Ehrgeiz beseelt alle zwei Jahre grossartige Fest-Konzerte mit herausragenden Sängerinnen und Sängern, renommierten Chören und profilierten Instrumentalisten zu organisieren. Ebenso wichtig sind die traditionsreichen Festgottesdienste, an denen eine Vielzahl von Kantaten durch einheimische Chöre und Orchester aufgeführt werden.

Während der Bachfeste ist deshalb die ganze Stadt Schaffhausen durch diese Momente der Musik erfasst – im Kleinen und im Grossen. Dies macht den besonderen Charakter der Schaffhauser Bachfeste aus.

Konzertante Glanzpunkte sind immer Teil des Programms: Die Auftritte der einst von Günter Ramin geleiteten «Thomaner» und des von Martin Fläming dirigierten Dresdner Kreuzchores, die Oratorien mit den Bach-Chören aus München – mit Karl Richter am Dirigenten-Pult – oder dem Zürcher Bach-Chor unter Walther Reinhart sind da zu erwähnen. Auch die Schaffhauser Chöre waren von Anfang an mit Werken von Bach am Bachfest beteiligt. Später traten der «Windsbacher Knabenchor», die Gächinger Kantorei, der Chor des Tessiner Radios und der Chor und das Orchester der J.S. Bach-Stiftung St. Gallen auf.

Viele grosse Musiker waren in Schaffhausen schon zu Gast: Philippe Hereweghe, Hellmuth Rilling, Diego Fasolis, Rudolf Lutz und Hans-Christoph Rademann heissen nur einige der zahlreichen klingenden Namen. Die Internationalen Bachfeste in Schaffhausen finden in der Regel im Zwei-Jahres-Rhythmus statt und beginnen immer am Vorabend von Himmelfahrt.

Über alle Jahrzehnte hinweg blieb der legendäre Urwalddoktor, Theologe und Schriftsteller Albert Schweizer eine massgebende Lichtgestalt für das Bachfest: Die zu seinen Lebzeiten als Ehrenpräsident amtierende Persönlichkeit gilt heute noch als künstlerische und ethische Leitfigur